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Die Vorteile der stationären Händler gegenüber dem e-Commerce

Braucht unbedingt jeder Händler einen Online Shop oder Online-Auftritt, sprich eine Webseite, um das Internet erfolgreich für seinen stationären Handel zu nutzen? Welche Vorteile der stationären Händler gegenüber dem E-Commerce gibt es? Darauf werden wir im heutigen Bericht eingehen und in den kommenden Berichten weiter beleuchten!

Die Problemstellung des stationären Handels in der E-Commerce Welt

Auf dem Markt herrscht Chaos. Die Verwirrung ist groß. Es wird Geld an den falschen Stellen ausgegeben. Der Online Handel nimmt zu und das Wachstum im Offline-Handel stagniert.

Der erste Gedanke, der sich bei Vielen stellt ist: „Muss ich jetzt auch einen Online Shop aufbauen, um vom Online Kuchen ein Stück abzubekommen?“ Die Antwort ist ein klares Nein.

Die Statistiken gehen zwar von einem Umsatzwachstum im Online Bereich aus, doch absolut betrachtet macht der Offline-Handel immer noch den größten Umsatzanteil aus.

Wieso kaufen Menschen überhaupt online ein?

Die üblichen Argumente für den Online-Handel sind:

  • Bequemlichkeit
  • riesige Auswahl an Shops und Marken
  • günstigere Preise
  • schnelle Verfügbarkeit
  • 24/7 ist der Laden offen

Lassen Sie uns das Ganze etwas relativieren.

Bequemlichkeit und Vorteile des stationären Handels

Es ist bequem, doch es ist auch nicht bequem. Wir können zwar von der Couch aus online bestellen, doch denken wir an Schuhe beispielsweise, so sieht die Bestellung meistens so aus, dass wir mehrere Paar bestellen und maximal eins davon behalten. In den meisten Fällen ist es dann so, dass wir die restlichen Schuhe wieder einpacken, einen Retourenzettel ausfüllen, bei der Post vorbeilaufen müssen, in der Schlange stehen (je nachdem wann wir dort reinkommen) und dann die Schuhe retourniert sind. Das ist also lediglich im ersten Schritt ein Bequemlichkeitsvorteil, denn raus müssen wir dann trotzdem.

Es gibt aber auch Anbieter, die diesen Bequemlichkeitsfaktor eingesehen haben und die Retoure zu Hause abholen. Das sind noch wenige Große, die das anbieten, aber nicht jeder einzelne Shop da draußen, da es auch ein zusätzlicher Kostenfaktor für den Anbieter ist.

Das ist für den einzelnen Kunden ein Aufwand und es ist auch für den Händler ein Aufwand die gesamten Retouren wieder zu bearbeiten, zu checken, zu verpacken und neu einzulagern.

Riesige Auswahl im E-Commerce vs. Stationärer Handel

Der zweite Punkt, die riesige Auswahl, ist objektiv gesehen richtig, doch subjektiv betrachtet ist es im einzelnen Fall so, dass kaum einer geplant und gezielt vorgeht im Internet. Man hat einen Bedarf, klickt auf die großen Seiten, die man kennt und kauft dort ein. So einfach ist es.

In Deutschland gibt es über 500.000 Online Shops und damit einhergehend eine Riesenauswahl, doch werden all diese Shops angeschaut? In der Regel landet man trotz allem auf den Top-Seiten wie Amazon, Otto, Zalando und Co.

Das bedeutet: Das Kaufverhalten begrenzt sich im Internet auf die wesentlichen Seiten, die man kennt und auch wenn es die Auswahl an Seiten gibt, stellt sich die Frage wer diese Auswahl tatsächlich nutzt?

Sind Produkte im Internet wirklich günstiger?

Günstigere Preise sind ebenso bedingt richtig. In manchen Produktgruppen stimmt es tatsächlich, dass die Preise weitaus günstiger sind und man spezielle Produkte auch nur im Internet bekommt, diese dann zum Beispiel in großen Mengen bestellen und damit viel sparen kann.

Viele Produkte sind aber nicht wirklich günstiger. Wenn man die Transaktionskosten mit berechnet wie den Zeitaufwand für die Retoure, den Ressourcenverbrauch bis zur Post und die eventuell anfallenden Versandkosten, so wird das Produkt entsprechend teurer und der Aufwand dahinter auch größer.

Die Schnelligkeit des Online Kaufs ist ebenfalls nur produktbedingt richtig. Wenn der Kunde beispielsweise ein Gesamtoutfit sucht und nicht genau weiß was er/sie kaufen möchte, dann kann die Suche dabei unter Umständen lang dauern. Vor allem, wenn man stilistisch nicht die Erfahrung hat. So dauert es in gewissen Fällen länger bis man sich online für ein gesamtes Outfit entschieden hat als wenn man im Laden dahingehend beraten wird.

Das Stichwort „Curated Shopping“ gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung im Internet. Wer Zalon oder Outifttery kennt, der weiß wovon hier gesprochen wird.

Ein professioneller Verkäufer, der stationär im Laden direkt sieht welche Statur der Kunde hat, welchen Stil er sonst gerne trägt und wie viel Wert er auf sein Outfit legt, kann ihm schnell ein passendes Outfit anbieten.

Vorteile des Curated Shopping im stationären Handel

Ein sehr gutes Beispiel wie man die Prinzipien des Curated Shoppings auf den Offline-Handel übertragen kann ist Pier14.

Pier14 in Hamburg hat beispielsweise solch eine Dienstleistung aufgegriffen. Sie stellen bestimmte Kunden-Boxen zusammen und senden diese an die Stammkunden in regelmäßigen Abständen zu. Der Kunde wird im Laden in die Kundenkartei aufgenommen, es wird mit dem Kunden gemeinsam geschaut welcher Stil und welche Größen zu ihm passen und dann wird diesem Kunden immer wieder eine Box zugesendet mit den passenden Produkten.

Wenn der Kunde diese Box behält, dann wird dafür gezahlt.

Solche und viele weitere Vorgänge können in den Offline-Handel intelligent integriert werden.

Dass der Online Handel 24/7 verfügbar ist, ist zwar ein valides Argument, aber wer kauft 24/7 ein? Wie viele Personen kaufen tatsächlich nachts um 3 Uhr ein?

Das Internet und ein eigener Online Shop sind also nicht das Allheilmittel für mehr Umsatz und Erfolg mit dem stationären Geschäft.

Die Digitalisierung des stationären Handels

Vielmehr ist es die Digitalisierung des Bestehenden. Was können Sie offline gut? Was sind Ihre Alleinstellungsmerkmale im echten Leben? Wie begeistern Sie die Menschen, wenn sie bei Ihnen in den Laden kommen? Nehmen Sie all die Dinge auf, die Sie bereits gut machen und übertragen Sie diese Dinge auf die Online Welt.

SU SQUAD vertritt die These, dass der Offline-Handel eine enorme Chance hat, wenn die sozialen Medien in der Art und Weise genutzt werden wie sie es sollten.

Ich bin mir sicher, dass man mit einer ausgeprägten Online Präsenz im Social Media Bereich und den in diesem Blog künftig erwähnten Strategien mehr Menschen zum Kauf im Laden bewegen kann. Es kommt am Ende des Tages immer auf die Bindung zum Menschen an und dafür ist Social Media perfekt geeignet.

Wenn die Kommunikation über die sozialen Medien strategisch geplant und umgesetzt wird, dann wird die Offline-Frequenz dadurch erhöht. Das sehe ich in vielen Beispielen mit meinen Kunden, aber auch anhand von weltweiten Beispielen, die sich die sozialen Medien zunutze machen, um mehr Personen in den stationären Handel zu bekommen.

In den weiteren Blog Berichten werden wir auf verschiedene Strategien für stationäre Händler eingehen, um hier erfolgreich mitspielen zu können.

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Bildquelle des Titelbildes: https://pixabay.com/photos/woman-shopping-lifestyle-beautiful-3040029/ 

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